SEO-freundliche Content-Management-Systeme

Wäre es nicht schön, wenn ein Content Management System die Website-Optimierungsarbeit abnimmt? Um eine SEO-freundliche Website zu erstellen, müssen inhaltliche und technische Gesichtspunkte beachtet werden. Hier stellen wir – nach rein willkürlicher Auswahl – einige CMS Tools vor, mit dem Fokus auf die Suchmaschinenoptimierung.

Die Auswahl der CMS Software und hilfreicher Plug-ins beeinflusst die Suchmaschinenfreundlichkeit von Webshops. Damit verbunden ist das Ranking in der Organischen Suche. Wir stellen heute die gängigsten CMS und deren angegliederte SEO-Funktionen vor. Denn nach wie vor wird an der eierlegenden Wollmilchsau gearbeitet: Roll-out unklar.

SEO freundliche CMS

Beliebte CMS & deren SEO-Funktionen

WordPress

Das derzeit meistverwendete CMS Tool ist durch eine Vielzahl von Plug-ins erweiterbar. So lassen sich mit einem entsprechenden Add-On schnell Broken Links aufspüren, Canonical-URLs vergeben oder Verhaltensweisen von Seitenbenutzern analysieren. SEO-Plug-ins für WordPress verwalten die Metadaten und die Optionen der Indexierung. Einsteiger könnten allerdings von der Masse an verfügbaren Add-Ons überfordert sein und sollten im Zweifelsfall einen SEO-Profi zu Rate ziehen.

„Sprechende URLs“, also Permalinks, werden in WordPress direkt eingestellt. Der Blog-Bereich nimmt einen großen Raum ein, auch Verknüpfungen mit Social Media Seiten sind in diesem CMS gängige Praxis.

Fazit: WordPress ist ein Open-Source Content Management System (CMS) für unterschiedlichste Anwendungen. Die CMS Software hilft bei der Administration von technischem und inhaltlichem SEO. Im Umkehrschluss müssen Websitebetreiber die aktuellen SEO Updates kennen und eine klare SEO-Strategie entwickeln.

Ideal eignet sich WordPress für Blogs und Websites. Kleine Onlineshops werden ebenfalls über WordPress – z. B. mit dem Plugin Whoocommerce – betrieben. Aus unserer beruflichen Praxis mit großen Onlineshops tendiert unsere Empfehlung zu anderen Systemen.

Shopify

Die URL-Struktur von Shopify mit ihren Unterverzeichnissen gilt als wenig SEO-freundlich. Auf der anderen Seite sind viele wichtige SEO-Funktionen vorhanden. Dafür ist ein eigener Abschnitt „Website SEO“ in Shopify integriert. Dort wird auch eine Vorschau eingegebener Metadaten in Suchmaschinenansicht angeboten. Um Indexierungsoptionen zu verändern, müssen Sie jedoch manuell Code eingeben. Wer bestimmte SEO-Vorgänge automatisieren möchte, findet im Shopify App Store diverse Marketing- und SEO-Tools, die installiert werden können. Praktisch: Instagram, Facebook und ähnliche Seiten können direkt als Verkaufskanäle eingebunden werden.

Fazit: Shopify ist ein beliebtes Content-Management-System (CMS) im Online-Einzelhandel. Die Plattform zeichnet sich erst einmal durch einfach Bedienbarkeit aus. Um das komplette SEO Potenzial auszuspielen, ist ein umfassenderes SEO-Feintuning nötig. Und hier sollten Anfänger den Shopify- oder SEO Experte zu Rate ziehen.

Wix

Wix ist ein typischer Homepage-Baukasten und bekannt für ansprechendes Design. Im zugehörigen Wix App Market finden sich nur wenige SEO-Plug-ins. Für kleine bis mittelgroße Shops kann Wix eine preisgünstige Lösung sein, da schon im Business Basic Tarif ein Onlineshop integriert ist. Jedoch gerade bei hoher Seitenanzahl ist die Ladezeit bei Wix nicht optimal. In Sachen SEO wirkt das nachteilig. Gut ist, dass Seitentitel, Meta-Description und Alt-Tags individuell eingeben werden können. Dafür vergibt Wix für Bilddateien ungünstige Namen, was Suchmaschinen die Arbeit erschwert. Die Blog-Funktion des Homepagebuilders ist wiederum SEO-freundlich und überzeugt mit Funktionen wie RSS, Kategorien oder Tags.

Fazit: Wer seine Website langfristig als Visitenkarte mit wenigen Zusatzfunktionen plant, ist mit Wix gut beraten. Für individuellere Anpassungen von Templates und Funktionen kann es kompliziert werden. Denn der Zugriff auf den Quellcode ist nicht direkt möglich.

Magento

Als eines der umfangreichsten CMS besitzt Magento zahlreiche Features, um die Sichtbarkeit einer Website bei Google zu erhöhen. Unter den tausenden installierbaren Erweiterungen im Magento Marktplatz gibt es viele SEO-Funktionen. Einsteiger können leicht die Web-Architektur ändern: URLs lassen sich seitenweise eintragen, ebenso werden Meta-Beschreibungen und die Sitemap auf einfache Weise verändert. Damit keine zwei URLs den gleichen Inhalt haben, kann in Magento die Option „Kanonische Link-URLs setzen“ ausgewählt werden. Standardmäßig ist es möglich, Rich Snippets wie Bewertungssterne, Preis oder Währung zum Onlineshop hinzuzufügen. Sollte die Vielzahl möglicher Einstellungen in Magento und seinen Plug-ins Sie überfordern, wenden Sie sich am besten an eine SEO-Agentur

PrestaShop

Bei dieser beliebten Onlineshop-Software hängt die SEO-Freundlichkeit stark vom verwendeten Theme ab. Unter anderem gilt das bekannte „Warehouse“ als SEO-freundliches PrestaShop-Theme. Daneben finden sich im Add-Ons-Marktplatz von PrestaShop über hundert Module mit verschiedensten SEO-Funktionen. Wer einen Blogbereich anlegen möchte, kann ein entsprechendes Add-On herunterladen. Doch auch in der Grundversion von PrestaShop finden sich diverse Module zur Erhöhung des Traffics in Webshops. Das CMS bietet verschiedene Einstellungsoptionen für Produkt- und Informationsseiten. Für die Verbindung des Shops mit sozialen Netzwerken stehen Schnittstellen bereit.

Fazit: PrestaShop verfügt über alle wesentlichen Features, um die SEO Optimierung einer Website eigenständig zu erledigen – vorausgesetzt man kennt die aktuelle Google Updates. Grundeinstellungen, wie Meta Daten, optimale URL-Benennung, etc. sind ein Standard. Ideal sind Anpassbarkeit bei Meta Robots-Tag und Robots.txt Datei und die Einbindung von strukturierten Daten.

Joomla

Das bekannte Open Source CMS Joomla beinhaltet per se SEO-Grundfunktionen in Bereichen wie Metadaten, URL-Struktur sowie Text- und Bilderauszeichnungen. Das Redaktionssystem selbst ist kostenlos und kann mit teils kostenpflichtigen Add-Ons individualisiert werden. Die Frage, welche Erweiterungen im konkreten Fall das Suchmaschinen-Ranking verbessern und welche Module miteinander kompatibel sind, kann oft nur ein Experte oder Agenturmitarbeiter beantworten. Falsch kombinierte Plug-ins können die Ladezeit der Seite verlängern oder das Betreiben der Homepage unnötig verkomplizieren.

Fazit: Einige Besonderheiten lassen sich bei Joomla konfigurieren, etwa die Einstellung von Unicode-Alias oder GZIP-Komprimierung, um die Ladezeit zu verbessern. Zudem findet man weitere SEO-freundliche Erweiterungen, wie Sitemap-Extensions. Weitere Optimierungsmöglichkeiten können unter „System > Konfiguration“ eingestellt werden.

Drupal

In seiner Standardversion gilt Drupal als nicht sehr SEO-freundlich. Es gibt jedoch diverse Möglichkeiten für Änderungen und Erweiterungen. So kann die Extension Pathauto automatisch SEO-freundliche URLs erzeugen. Ein Metatag-Modul ermöglicht bessere Seitenbeschreibungen. Als extrem skalierbares CMS, welches seit über zwanzig Jahren auch von sehr großen Unternehmen benutzt wird, bietet Drupal sehr tiefgreifende Anpassungsmöglichkeiten. Daher empfiehlt sich eine Beratung durch eine spezialisierte SEO-Agentur. Durch fachkundige Hilfe wird die oft als steil beschriebene Lernkurve von Drupal abgemildert.

Fazit: Drupal und SEO gehen nicht sofort Hand in Hand. Für Tüftler – oder mit Hilfe des Experten – kann eine SEO freundliche Website erstellt werden und das Ranking in Suchmaschinen optimiert. Wer einen genauen SEO Plan hat, integriert die notwendigen, SEO-freundlichen Module, in Drupal. Dann klappt es auch mit der Performance.

Zusammenfassung: Das sind die Mindestanforderungen an SEO-freundliche Content-Management-Systeme

Bisher konnten wir mit keiner CMS Software arbeiten, die allen SEO-Bedürfnissen entspricht. Abhängig von der Art der Website (Onlineshop versus Blog) sollte die Auswahl des Systems vorgenommen werden. Aber diese Eigenschaften müssen erfüllt sein:

  • 1. Anpassbare Meta Titles & Descriptions
  • 2. Konfigurierbare Überschriften und andere Text-Elemente
  • 3. Möglichkeit zur Editierung von Robots-Meta Tags und Robots.txt Datei
  • 4. Konfiguration von Canonical Tags
  • 5. Automatisierbare XML Sitemap
  • 6. Pflege der Redirects
  • 7. Konfigurierbare ALT-Attribute für Bilder
  • 8. Bulk Upload zur beschleunigten Bearbeitung von z. B. Meta Daten, Alt-Tags, etc.

Nachtrag: Wir haben uns nur einige wenige Content Management Systeme unter die Lupe genommen, denn es gibt eine unzählbare große Auswahl. Unsere Auswahl ist rein zufällig. Dass wir uns für diese oben beschriebene CMS Software entschieden haben, hat keinerlei Wertung und soll keine Empfehlung für einer der CMS sein.

Autor: F. Baer / Bild: istockphoto | tumsasedgars

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