Open Web Analytics: eine gute Alternative zu Google Analytics?

2.12.2022

Kommt es zur Webanalyse, ist Google für die meisten Administratoren die erste Anlaufstelle. Aber nicht jeder Webseiten- oder App-Betreiber möchte Google persönliche Daten von Verbrauchern und sensible Inhalte anvertrauen. Es fallen im Rahmen dieses Prozesses wertvolle Daten an, zu denen Google ein recht "übergriffiges" Verhältnis haben kann. Zudem ist Google Analytics nicht unbeschränkt kostenfrei. Open Web Analytics (OWA) wird häufig als geeignete Alternative genannt. Aber stimmt dies auch?

Was ist Open Web Analytics?

OWA ist eine kostenfreie Open Source-Lösung zur Analyse der Daten, die im Zusammenhang mit einer eigenen Internetpräsenz odereiner App anfallen. Zum Einsatz kommt Version 2 der "General Public Licence" (GPL v2). Dies bedeutet, die Lösung steht der Allgemeinheit zur Verfügung und darf nach eigenen Bedürfnissen geändert werden. Sie möchte ihren Nutzern laut Eigenbeschreibung dabei helfen zu verstehen, "wie die Menschen die Webseiten oder Anwendungen nutzen".

Google Analytics stand dabei nicht nur in ideeller Hinsicht ohne jede Frage Pate. Der Funktionsumfang ist sehr ähnlich. Dies werden die folgenden Abschnitte im Detail zeigen. Zudem ist Design stark an den Branchenführer angelehnt. Optisch vergleichbar ist die Beziehung der beiden Lösungen beispielsweise mit dem Verhältnis von Open Office zu Microsoft Office.

Die zentralen Features von Open Web Analytics

Die zentrale Funktion von OWA ist die "Heatmap". Diese zeigt auf, wo Besucher auf der Seite klicken. Dies bedeutet, sie gibt effektive Hinweise, wie gut die gewählten Gestaltungskonzepte funktionieren. Anhand dieser Erkenntnisse können die Betreiber optimieren. Die Nutzung der eigenen Angebote lässt sich zudem im Detail nach Unterseiten aufschlüsseln. Klickpfade können dabei nachvollzogen werden. Dies erfolgt anonymisiert, um die Privatsphäre der fraglichen Nutzer zu gewährleisten. Außerdem schlüsselt die Analyse-Software auf, welche Suchbegriffe Nutzer auf die Seite brachten. Dies ist für die SEO-Optimierung ein zentraler Baustein.

Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings: Keine der Funktionen ist ein Alleinstellungsmerkmal. Es handelt sich ausnahmslos um wichtige Features. Diese bieten aber auch andere Lösungen. Es scheint, Open Web Analytics versucht sich primär dadurch zu positionieren, dass es dieses Komplettpaket kostenfrei bietet.

Vorteile der eigenen Open Web Analytics Lösung

Da keine der zentralen Funktionen Alleinstellungsmerkmale von OWA sind, ist es sinnvoll, einen Blick darauf zuwerfen, was das Projekt selbst als die eigenen großen Vorteile nennt. In der zugehörigen Beschreibung sind diese Punkte zu finden:

  • Die Analyse-Software kann direkt unter der eigenen Domain oder einer App laufen.
  • Die Lösung ist an individuelle Bedürfnisse anpassbar.
  • Alle zentralen Datenschutzgesetze werden eingehalten - darunter die DSGVO.
  • Schnittstelle, um auf Daten zuzugreifen, ist vorhanden.
  • Berichte, Metriken und weitere Analysewerkzeuge sind vorhanden.
  • Wordpress- sowie Mediawiki-Systeme für die Verwaltung der Kundenbeziehungen (CRM) können ausgewertet werden.

Die Aufzählung verstärkt nochmals den obigen Eindruck: OWA möchte als kostenloses Gesamtpaket überzeugen.

Open Web Analytics im Vergleich mit Google Analytics

OWA nutzt PHP, MySQL und Javascript als Technologien. Google Analytics vertraut seinerseits ebenfalls auf Javascript als Sprache. Ansonsten kommen eigene Technologien zum Einsatz. Anders als OWA bietet Google Analytics auch kostenpflichtige Funktionen. Umsonst ist die Zahl der Seitenansichten beispielsweise auf fünf Millionen pro Monat limitiert. Auch die Zahl der Nutzer pro Account ist beschränkt (50). Open Web Analytics kennt diesbezüglich keine Limits.

Dafür punktet der Branchenführer mit seinem Erfahrungsvorsprung. Deutlich mehr Internetpräsenzen und Apps nutzen die Google-Lösung, was wertvolle Hilfe bei der Entwicklung der zentralen Funktionenbedeutet. Google Analytics hat deshalb einen klaren Vorsprung, wenn es um die Ausspielung von Updates und die Entwicklung neuer Funktionen geht. Die Performance ist zudem besser. 

Fazit: Open Web Analytics - Tracking Alternative mit "aber"

Wer Google nicht vertrauen möchte, findet in Gestalt von OWA eine geeignete Alternative - allerdings mit Einschränkungen. Der derzeitige Funktionsumfang sollte genügen, denn die Ausspielung von Neuerungen ist ungewiss. Bei hohem Traffic kann zudem die Performance zum Problem werden. Es ist daher ratsam, einen individuellen Test vor der Entscheidung durchzuführen, ob OWA im Alltag den eigenen Anforderungen gerecht wird.

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