WebMCP (Web Model Context Protocol) bezeichnet eine von Google initiierte Spezifikation zur strukturierten Anbindung von Webinhalten an KI-Modelle über standardisierte Schnittstellen. Ziel ist es, Webressourcen maschinenlesbar, kontextualisiert und kontrollierbar für Large Language Models (LLMs) bereitzustellen.
Im Kern erweitert WebMCP klassische Webprotokolle (HTTP, REST, strukturierte Daten) um eine semantische und kontextuelle Zugriffsebene. Webseiten, APIs oder Webanwendungen können explizit definieren:
WebMCP steht damit an der Schnittstelle zwischen Webstandards, API-Design, strukturierten Daten (Schema.org) und KI-Agenten-Architekturen.
WebMCP folgt dem Paradigma „modellgesteuerter Kontextbereitstellung“. Anstatt dass KI-Systeme Inhalte ausschließlich crawlen oder scrapen, stellen Websites definierte Endpunkte bereit, die:
Das Protokoll abstrahiert dabei vom reinen HTML-Dokument und priorisiert kontextuelle Datenobjekte.
Typische Architekturbausteine:
Kontext-Endpoint
Ein dedizierter Endpunkt (z. B. /mcp/context), der strukturierte Informationen bereitstellt.
Capability Declaration
Maschinenlesbare Beschreibung, welche Ressourcen verfügbar sind (vergleichbar mit OpenAPI-Spezifikationen).
Intent-basierte Abfragen
LLM-Agenten können zielgerichtete Anfragen stellen (z. B. „Produktdetails“, „Preismodell“, „FAQ-Kontext“), statt vollständige Seiten zu analysieren.
Abgrenzung zu klassischem Crawling
Für technische SEO bedeutet WebMCP eine strukturelle Erweiterung bestehender Optimierungslogiken:
Neben Renderbarkeit, Indexierbarkeit und Core Web Vitals wird entscheidend:
Schema-Markup wird nicht optional, sondern infrastrukturell.
Entity-basierte Optimierung (Knowledge Graph-Logik) gewinnt an Bedeutung. Seiten ohne klare semantische Modellierung verlieren potenziell Sichtbarkeit in KI-basierten Antwortsystemen.
WebMCP begünstigt Headless- und API-Architekturen. Inhalte müssen nicht nur für Browser, sondern explizit für Agenten konsumierbar sein.
Generative Engine Optimization fokussiert Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten. WebMCP verstärkt folgende Faktoren:
Websites, die WebMCP-konforme Endpunkte bereitstellen, können:
Empfohlene Muster:
Erforderlich sind:
WebMCP impliziert:
Damit entsteht eine neue Disziplin: AI Interface Engineering.
WebMCP markiert eine infrastrukturelle Verschiebung vom dokumentenzentrierten Web hin zu einem kontextuellen, agentenfähigen Web. Für technische SEO bedeutet das eine stärkere Fokussierung auf Entitäten, strukturierte Daten und API-Architekturen. Für Webdeveloper verschiebt sich die Priorität von Rendering-Optimierung zu semantischer Modellierung und kontrollierter Kontextbereitstellung.